SET – Ein neue Ansatz

Mission – Menschen werden wieder schmerzfrei

Problem

Chronischer Schmerz ist eine der am wenigsten wahrgenommenen und leider noch immer nicht ausreichend behandelten medizinischen Probleme des 21. Jahrhunderts. Anhaltende Schmerzen verringern die Lebensqualität für Millionen von Betroffenen und zerren an dem wirtschaftlichen und sozialen Gefüge unserer Kultur. Chronischer Schmerz ist definiert als eine unangenehme sensorische und emotionale Erfahrung, die länger als drei Monate anhält und die die häufigste Ursache für Behinderung am Arbeitsplatz darstellt. Zu den chronischen Schmerzerkrankungen zählen Fibromyalgie, Migräne/Cluster-Kopfschmerz, Rückenschmerzen, Gesichtsschmerz (TMD), Arthrose und rheumatoide Arthritis, Krebsschmerzen, entzündlicher Muskelschmerz und neuropathische Schmerzen. Zufolge der WHO leben Menschen mit ihren chronischen Schmerzen im Durchschnitt 7 Jahre bevor eine Diagnosestellung erfolgt.

Blackburn-Monrot (2001) und andere Studien zeigen, dass anhaltender Stress eine der Hauptursachen für viele Formen von chronischen Schmerzen ist. Patienten haben jedoch unterschiedliche körperliche Reaktionen auf Stress. So ist die Methode zur Behandlung des Schmerzes, die dem einen Patienten hilft, nicht unbedingt die richtige Therapie für den anderen Patienten. Als ein Beispiel für diese Heterogenität sei aufgeführt, dass bei einer Gruppe von Patienten unter Stress die Muskelspannung ansteigt, während eine andere Gruppe eher ihren Blutdruck erhöht. Um eine optimalen Behandlung für jeden Patienten entwickeln zu können, sind große Datenmengen erforderlich, die an Tausenden von Patienten erhoben werden müssen. Nur mit sehr detaillierten, patientenspezifischen Daten kann herausgefunden werden, was die richtige Schmerzbehandlung für jeden einzelnen Menschen ist.

Lösung

SET medizinische Geräte

Das Gerät, das für das SET notwendig ist, trägt den Namen ‚Impuls‘. Es stimuliert den Ringfinger des Patienten und speichert physiologische Daten des Patienten wie z.B. Puls und Blutdruck. Diese Daten dienen der Berechnung der sogenannten Baroreflex-Sensitivität (BRS).

Chronische Schmerzpatienten haben eine reduzierte BRS im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen. Diese soll durch die Therapie reaktiviert werden. Therapeuten können mit Hilfe der BRS als Biomarker die Wirksamkeit des SET überwachen. Dabei ist der Abstieg der BRS verbunden mit Schmerzreduktion und wenn die Therapie gut wirkt verbunden mit Schmerzfreiheit.

Der Therapeut kann die Stimulations- und Therapie-Parameter jedes Patienten codeword-geschützt auf seinen Computer herunterladen. Diese intelligente, auf Lernen basierende, supportive Behandlungsmodell wird die Therapie chronischer Schmerzen revolutionieren durch (1) Individualisierung des Behandlungsprotokolls für jeden Patienten und (2) Anpassung der Behandlung an den individuellen Fortschritt, den der Patient jeweils vollzieht. Das System wird sich verbessern, um so mehr Therapien und Erfahrungen von Patienten gesammelt werden.

Das Verhaltenstherapie-Programm im SET wurde von Dr. Thieme aus dem Extinktionstraining adaptiert, das von führenden Schmerzspezialisten Prof. Dr. Herta Flor (Universität Heidelberg) und Prof. Dr. Niels Birbaumer (Universität Tübingen) erstellt wurde, basierend auf den Arbeiten von Prof. Dr. Dennis C. Turk (University of Washington, Seattle, USA). Das Therapieprogramm ist in einem Moodle (OpenSource) E-Learning Programm dokumentiert, dass von uns für Patienten und Therapeuten erstellt wurde. Unser Ansatz zur Hemmung des chronischen Schmerzes durch die Reaktivierung der Barorezeptoren wurde von einem Team von internationalen Schmerzspezialisten wie Prof. Dr. Kati Thieme (Universität Marburg), die den deutschen Schmerz-Preis 2012 gewann, Prof. Dr. Richard H. Gracely, (University of North Carolina, UNC) und Prof. Dr. Bill Maixner (Duke University) entwickelt. Die Schlüsseltechnologie für das neuartige medizinische Gerät wird derzeit durch die UNC patentiert, die der Kleinklein GmbH. Exklusivrechte gewährt hat, um die Technologie europaweit zu entwickeln, zu integrieren und zu vermarkten. Das Konzept und die Herangehensweise wurden auf fuehrenden nationalen udn internationalen Kongressen, wie dem Weltkongress der International Association für die Study of Pain (IASP) 2014 und 2016, dem Europäischen Chapter for Study of Pain (EFIC) 2015 und dem Kongress der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS) 2015 vorgestellt. Sowohl das SET-Programm als auch die Möglichkeit, Daten für interaktive Lösungen zu nutzen, um die Heterogenität der Patienten gerecht zu werden, machte großen Eindruck unter den Forschern und Therapeuten. SET wird sowohl die zahlenmässig stärkste Gruppe der Patienten für länger als 6 Monate schmerzfrei machen als auch neue Arbeitsplätze für Therapeuten schaffen.

Mechanismus

SET verwendet neuartige an der individuellen Schmerztoleranz angepasste schmerzhafte und schmerzfreie elektrische Stimulationen am Ringfinger der rechten Hand, die unmittelbar nach dem systolischen und diastolischen Peak des Herzzyklus‘ gegeben werden. Die Stimulation erhöht die BRS, die bei chronischen Schmerzpatienten vermindert ist.  Im SET wird die elektrische Stimulation, die wir Barorezeptorstimulation nennen, mit operanter Verhaltenstherapie kombiniert, um gesunde Verhaltensweisen in den verschiedensten Bereichen des Lebens zu erlernen. Während einer 2-stündigen Sitzung erfolgt nach der operanten Schmerztherapie die Barorezeptorstimulation, die aus zwei 8-minütigen Stimulationsphasen besteht, wobei vor und nach jeder Stimulation die individuellen Schmerzschwellen und Schmerztoleranz neu bestimmt werden. Sie dienen der Bestimmung der individuellen Reize, die der Patienten während der 8-minütigen Stimulation erhält. In der Therapie übt der Patient gesundes Verhalten. Der operante Ansatz bevorzugt „learning by doing“, anstatt ein potentielles Verhalten zu durchdenken. Die Behandlung umfasst im allgemeinen 10 Doppelsitzungen über 5 Wochen (20 Stunden), die gemeinsam mit dem Partner des Patienten unter Anleitung eines Verhaltenstherapeuten durchgeführt werden. Der Therapeut und das E-Learning-Programm führt durch die Therapie, nutzt strukturierte Sitzungen zur Verhaltensänderung, und zeichnet die Übungen und den damit verbundenen Fortschritt für Patient, Partner und Therapeut auf.

Das Set Gerät „Impuls“ nutzt das autonome Nervensystem, um ursprüngliche Reaktionsmuster des Gehirns zu stören und gesunde Hemmungsmechanismen durch 8-minütige, auf den Blutdruck bezogene elektrische Reize zu entwickeln. Die Störung des ursprünglichen Reaktionsmusters und die Plastizität des Gehirns lassen die Hirnstrukturen empfänglich werden für das Lernen neuer Prozesse. Operante Konditionierung und Verhaltenstraining korrigieren Schmerzverhalten, Katastrophengedanken und Belohnungsstrukturen, die den Schmerz aufrechterhalten. SET hat einen langfristigen Effekt (6-12 Monate) und kann bei Bedarf aufgefrischt werden. Es funktioniert für mehr als die Hälfte der Menschen, die mit Blutdrucksteigerung auf Stress reagieren, ungewollt Schmerzverhalten entwickelt haben und bereit sind, ihr Verhalten zu verändern. Ausschlusskriterien sind die Einnahme von Opiaten, Antidepressiva, und Beta-Blocker sowie das Vorhandensein von Persönlichkeitsstörungen.